Glossar - Fachbegriffe verständlich erklärt

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Hier finden Sie eine Übersicht von Abkürzungen und Fachbegriffen, die im Rahmen des Gewerbeflächeninformationssystems auftauchen, mit den jeweiligen Bedeutungen und Erklärungen dazu.

 

 Gebietsausweisung
Industriegebiete Industriegebiete dienen ausschließlich der Unterbringung von Gewerbebetrieben, insbesondere solchen, von denen erhebliche Belästigungen ausgehen (z.B. Lärmbelästigung, Luftverschmutzung, Wasserverunreinigung, Verkehrsbelästigung usw.)
(zu Einzelheiten siehe § 9 BauNVO)
Gewerbegebiete Gewerbegebiete dienen vorwiegend der Unter-bringung von Gewerbebetrieben, von denen keine erheblichen Belästigungen ausgehen (z.B. geringe Lärmbelästigung, geringe Luftverschmutzung, geringe Wasserverunreinigung, geringe Verkehrsbelästigung usw.) (zu Einzelheiten siehe § 8 BauNVO)
Mischgebiete Mischgebiete dienen dem Wohnen und der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich stören. (zu Einzelheiten siehe § 6 BauNVO)
Sondergebiete / Sonstige Sondergebiete Sondergebiete: Sondergebiete, die der Erholung dienen, insbes.: - Wochenendhausgebiete - Ferienhausgebiete - Campingplatzgebiete (zu Einzelheiten siehe § 10 BauNVO)
Sonstige Sondergebiete, z.B. - Fremdenverkehrsgebiete - Ladengebiete - Gebiete für Einkaufszentren und großflächige Handelsbetriebe - Gebiete für Messen, Ausstellungen, Kongresse - Hochschulgebiete - Klinikgebiete - Hafengebiete - Gebiete für Anlagen, die der Erforschung, Entwicklung oder Nutzung erneuerbarer Energien dienen (zu Einzelheiten siehe § 11 BauNVO)
Kerngebiete Kerngebiete dienen vorwiegend der Unterbringung von Handelsbetrieben sowie der zentralen Einrichtungen der Wirtschaft, der Verwaltung und der Kultur (z.B. Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude). (zu Einzelheiten siehe § 7 BauNVO)
Ausweisungen im Bebauungsplan
Grundflächenzahl (GRZ) Anteil des Baugrundstücks, der von baulichen Anlagen überdeckt werden darf. (zu Einzelheiten siehe § 19 BauNVO)
Geschoßflächenzahl (GFZ) Die Geschoßflächenzahl gibt an, wieviel Quadratmeter Geschoßfläche je Quadratmeter Grundstück zulässig sind. (zu Einzelheiten siehe § 20 BauNVO)
Baumassenzahl (BMZ) Die Baumassenzahl gibt an, wieviel Kubikmeter Baumasse je Quadratmeter Grundstücksfläche zulässig sind. (zu Einzelheiten siehe § 21 BauNVO)
Baugrenze Grenzlinie, bis zu der die Nutzfläche bebaut werden darf.
Baulinie Linie, auf die gebaut werden muss, d.h. auf die der Beginn der baulichen Anlage fallen muss.
Baufenster Bereich bzw. Nutzfläche, der von den umlaufenden Baugrenzen (auch Baulinien) abgegrenzt wird. Die Fläche des Baufensters ist in der Regel größer als der Anteil des Baugrundstücks, der von baulichen Anlagen gem. GRZ letztendlich überdeckt werden darf. Das Baufenster gibt den Bereich an, in dem bauliche Anlagen errichtet werden dürfen (Ausnahmen u.a. Nebengebäude gem. LBauO).
 Standortfaktoren
Standortfaktoren Die Gründe für die Standortwahl von Unternehmen werden als Standortfaktoren bezeichnet. Bei den Standortfaktoren unterscheidet man zwischen harten und weichen Standortfaktoren.
Harte Standortfaktoren

Harte Standortfaktoren orientieren sich am Ziel der Gewinnmaximierung und umfassen im wesentlichen natürlich-technische und vom Menschen geschaffene Faktoren wie z.B Eigenschaften der Fläche, Arbeitskräftepotential, Marktnähe, Verkehrsanbindung, Fühlungsvorteile, Steuern und Auflagen, Ver- und Entsorgungssituation, u.a.

Weiche Standortfaktoren Die weichen Standortfaktoren lassen sich in zwei Typen unterscheiden: Die weichen, unternehmensbezogenen Faktoren und die weichen, personenbezogenen Faktoren.
Die weichen unternehmensbezogenen Faktoren sind von unmittelbarer Wirksamkeit für die Unternehmenstätigkeit und es zählen z.B.das Verhalten der öffentlichen Verwaltung oder politischer Entscheidungsträger, die Arbeitnehmermentalität, das Wirtschaftsklima und "Bilder", wie z.B. das Image der Region oder Stadt dazu.
Zu den weichen personenbezogenen Faktoren gehören die persönlichen Präferenzen der Entscheider und die Präferenzen der Beschäftigten. Beides sind subjektive Einschätzungen über die Lebens- und Arbeitsbedingungen am Standort. Es zählen dazu: Der Freizeit- und Erholungswert, die zentralörtliche Versorgung, die Wohnsituation, die Bildungsmöglichkeiten, das Kulturangebot.
 Diverses
Gewerbesteuer(-hebesatz) Die Gewerbesteuer stellt nach dem Anteil an der Lohn- und Einkommenssteuer die wesentlichste Einnahmequelle der Gemeinde dar. Sie ist eine sog. Objekt- oder Sachsteuer. Angegeben wird im Gewerbeflächeninformationssystem der von der jeweiligen Standortgemeinde festgelegte Gewerbesteuerhebesatz (Hundertsatz), um den der vom zuständigen Finanzamt ermittelte Steuermessbetrag "gehebelt" wird.
Bodenrichtwert

Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Geldwert für baureifes Land, der von den Gutachterausschüssen der Katasterämter alle 2 Jahre ermittelt wird. Die Bodenrichtwerte für Bauland beziehen sich auf baureife Grundstücke, für die Erschließungsbeiträge und die anderen in Betracht kommenden Beiträge gezahlt sind. Bodenrichtwerte verschaffen einen Überblick über die Wertverhältnisse des Grund und Bodens und bieten wertvolle Anhaltspunkte für Planung und Durchführung von Vorhaben.

Feedback englisch: Rückmeldung, Reaktion
RROP Regionaler Raumordnungsplan, herausgegeben von der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald, sind in diesem alle relevanten Planungsvorgaben für die Ebene der Regionalplanung festgeschrieben oder aufgeführt. Nachfolgende Planungen müssen sich in die Vorgaben der Regionalplanung einpassen.
Verfügbarkeit Bei der Verfügbarkeit des gewerblichen Flächenpotentials im Kreis wird zwischen drei Kategorien unterschieden:
1. Sofort verfügbare Fläche
Regelfall: Rechtskräftiger Bebauungsplan ist vorhanden bzw. Stand gem. § 33 BauGB ist erreicht. Die Gewerbefläche ist voll erschlossen.
2. Kurzfristig verfügbare Fläche
Regelfall: Rechtskräftiger Bebauungsplan ist vorhanden bzw. Stand gem. § 33 BauGB ist erreicht. Die Gewerbefläche ist nicht oder nur teilweise erschlossen.
3. Mittelfristig verfügbare Fläche
Regelfall: Kein rechtskräftiger Bebauungsplan, keine Erschließung.
Wohnstandortgunst

Der Faktor der Wohnstandortgunst bezieht sich auf Aspekte des Wohnungs- und Baulandmarktes, der Versorgungs- und Freizeitstruktur einer Standortgemeinde. Indikatoren hierfür sind z.B.
Bodenrichtwerte für Wohnbauland in der Standortgemeinde,
eine zentralörtliche Ausweisung (siehe Erläuterung "Zentrale Orte"),
die raumplanerische "Schwerpunktausweisung Wohnen" und
Anzahl der Wohnungen innerhalb eines bestimmten Umkreises.

Mit der Ausweisung der Standortgemeinde mit der Funktion W im Regionalen Raumordnungsplan, die Schwerpunkte des Wohnens kennzeichnet, werden bestimmte qualitative Anforderungen an die Gemeinde als Wohnstandort verbunden. Die Wohnstandortgunst wird über zwei (Schwerpunktausweisung W, max. Bodenrichtwerte) bzw. drei Kriterien (Entfernungsabfrage Zentrale Orte) abfragbar gemacht; weitere Angaben werden in den Gebiets-Datenblättern getroffen.

Umweltqualität Gebiet Dieser Standortfaktor ist über ein dreistufiges ordinales Skalierungsniveau erfasst (sehr gut, gut, eingeschränkt), wobei die Einstufung auf Aussagen von Fachgutachten zum Bebauungsplan (z.B. Landespflegerischer Planungsbeitrag, Lärmgutachten, Bodengutachten, usw.), der Nutzungsstruktur der Gebiets-Nachbarschaft und innerhalb des Gebiets selbst, der naturräumlichen Lage und Einbindung in das Landschaftsbild und der Einschätzung von Fachleuten getroffen wird.
Zentrale Orte Zentrale Orte werden von der Regional- und Landesplanung ausgewiesen. Dabei sind zentrale Orte im "Zentrale-Orte-System" ein Instrument der Raumplanung und in folgende Stufen gegliedert: Oberzentren, Mittelzentren, Grundzentren. Mit der zentralörtlichen Einstufung einer Gemeinde werden wesentliche Einrichtungen der öffentlichen und privaten Infrastruktur vorausgesetzt. Zentrale Orte zeichnen sich (auf den unterschiedlichen Stufen) durch den Grad ihrer Zentralität, Erreichbarkeit und Ausstattung mit Einrichtungen (Bildung, Versorgung, Soziales, Arbeit, Freizeit, Gesundheit, Kultur, u.a.) aus. Im Rahmen des Informationssystems dient die Entfernung zu zentralen Orten als einfach zu handhabender Indikator für gewisse Mindestaustattungen, für Quantität und Qualität der Angebote und somit für die Versorgungsleistungen, die ein Ort aufweisen muss.


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